Wer einen Pool im Garten plant, muss viele Entscheidungen treffen. Von der Wahl des Materials, über die Größe und Tiefe des Pools bis hin zu Ausstattungsdetails wie der Poolabdeckung oder Beleuchtung. Bevor man sich allerdings mit der Gestaltung befasst, steht ein zentrales Thema ganz am Anfang des Planungsprozesses: Dort wo der Pool in den Boden eingelassen werden soll, muss der Untergrund genau geprüft werden, bevor es mit den Bauarbeiten losgeht. Denn ansonsten kann es aufgrund von hohem Grundwasser zu einem Problem beim Poolbau kommen. Was genau das bedeutet und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt, wird im Folgenden erklärt.

 

Ist Grundwasser ein Problem beim Poolbau?

Das Grundwasser ist das Wasser, welches durch das Versickern von Regen und teilweise auch durch das versickernde Wasser aus Seen und Flüssen, unter die Erdoberfläche gelangt. Wenn es stark regnet, steigt der Grundwasserspiegel und wenn es längere Zeit trocken ist, dann sinkt er. Je näher ein Grundstück bei einem Fluss ist, desto näher ist es dem Grundwasser. Denn das Grundwasser folgt den Höhen und Tiefen der Erdoberfläche.  Der Stand des Grundwassers auf dem jeweiligen Grundstück ist für Bauprojekte wie z. B. den Bau eines Kellers oder eines Swimmingpools sehr relevant.

 

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Grundwasser bei jeder Art von Pool ein Problem beim Poolbau darstellt. Wer sich einen aufblasbaren Quick-Up-Pool in den Garten stellen möchte, wird sich über das Grundwasser keine Gedanken machen müssen. Bei einem Aufstellpool kann es bereits anders aussehen, wenn dieser teilweise oder ganz in die Erde eingelassen werden soll. Am wichtigsten ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema allerdings beim Bau eines eingelassenen Pools, da hier tiefer gegraben wird als bei allen anderen Varianten. Generell gilt beim Bau eines Pools: Je tiefer das Becken ist, desto höher ist der Wasserdruck und der Druck auf die Außenwände. Dementsprechend muss auch das Becken tiefer in die Erde eingelassen werden, da dies für die nötige Stabilität sorgt. Dadurch kann es jedoch dazu kommen, dass man mit dem Grundwasserspiegel in Berührung kommt, was zu einem Problem beim Poolbau führen kann. Wenn das Grundwasser z. B. aufgrund von starken Regenfällen ansteigt, übt es einen enormen Druck auf das Poolbecken aus. Je nach Becken kann dieses im schlimmsten Fall das Becken beschädigen oder anheben. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass ein gefüllter Pool in der Regel dem Druck des Grundwassers Stand hält. Gefährlich wird es in der Regel nur, wenn das Becken nicht ganz gefüllt ist, z. B. weil es zum Überwintern oder Reinigen teilweise ausgelassen wurde. Da dies bei einem Pool natürlich immer wieder der Fall ist, ist es unumgänglich, dass hohes Grundwasser bei der Bauplanung und der Beckenwahl beachtet wird, damit es zu keinem Problem beim Poolbau kommt.

 

Um negative Überraschungen zu vermeiden, sollte vor dem Bau eines Pools unbedingt ein Bodengutachten eingeholt werden. Bei diesem werden unter anderem Wasservorkommen, der Lehmgehalt des Erdreichs und die Durchlässigkeit des Bodens bestimmt. Das ist notwendig, um im Anschluss die richtigen Materialien für das Poolbecken auszuwählen und zusätzliche Vorkehrungen zum Schutz des Beckens zu treffen.     

 

Welche Lösungen gibt es, wenn das Grundwasser hoch steht?

Ein hoher Grundwasserspiegel bedeutet nicht das Ende des Traums vom eigenen Pool im Garten. Wenn das hohe Grundwasser bei der Planung berücksichtigt wird, kann man verhindern, dass es zu einem Problem beim Poolbau und hinsichtlich der Langlebigkeit des Poolbeckens wird. Eine Möglichkeit, um für die nötige Stabilität zu sorgen, liegt in der Wahl eines speziellen Materials für das Becken. Bei hohem Grundwasser bietet es sich an, eine sogenannte „Weiße Wanne“ zu verwenden. Dabei handelt es sich um ein Becken, dass aus wasserundurchlässigem Beton gegossen wird und daher keine zusätzliche Abdichtung benötigt. Zusätzlich wird es von außen durch Stahlträger gestützt. Eine andere Variante ist die sogenannte „Schwarze Wanne“. Diese wird ebenfalls aus Beton gegossen und ist auf der Außenseite mit einer Dichtungshaut aus Kunststoff oder Bitumen – einer teerartigen Substanz – überzogen. Der Vorteil dieser Betonbecken ist, dass durch das hohe Eigengewicht von bis zu 30 Tonnen ein Aufschwimmen – also ein Anheben des Beckens durch den Druck des Grundwassers – verhindert werden kann. Das Problem beim Poolbau, das durch hohes Grundwasser entsteht, kann man mit der Wahl des richtigen Materials also gut in den Griff bekommen.

 

Zusätzlich sollten bei hohem Grundwasser Ausgleichs- und Sickersysteme geschaffen werden. Ein Ausgleichsschacht ist dazu da, um die Wassermengen aufzufangen, die zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht in das Becken passen. Damit man den Stand des Ausgleichschachts immer überprüfen kann, verfügt dieser über eine Pegelmessung. Steigt der Wasserstand im Schacht, so ist dies sofort ersichtlich. Dieser Schacht kann zusätzlich mit einer Pumpe ausgestattet werden, sodass überschüssige Wassermengen abgepumpt werden. So besteht z. B. bei einer längeren Regenphase auch keine Gefahr durch das steigende Grundwasser.

 

Um das Grundwasser nicht aufzustauen, sollte man zusätzlich eine Drainageschicht aus Schotter unterhalb der Bodenplatte des Pools anbringen. Das bedeutet, dass sogenannte Drainagerohe verlegt werden, in denen sich kleine Schlitze oder Löcher befinden. Durch diese dringt das überschüssige Wasser in die Rohre ein. Die Drainagerohre werden rundherum in eine 15 bis 30 Zentimeter hohe Schicht Kies eingebettet und mit Vlies ummantelt, damit sie nicht durch die umliegende Erde verstopfen. Das Wasser aus den Drainagerohren wird durch ein leichtes Gefälle abgeleitet. Um das überschüssige Wasser gänzlich abzuführen, führen die Drainagerohre entweder zu einem Anschluss an das Kanalsystem oder zu einem Sickergraben.

 

Wie funktioniert ein Sickergraben?

Ein Sickergraben dient dazu, um überschüssiges Wasser in tiefere Bodenschichten abzuleiten, in denen es leichter abfließen kann. Da der Versickerungsprozess Zeit braucht, ist es wichtig, dass der Graben breit genug ist und tief genug in die durchlässigen Bodenschichten hinabreicht. Denn nur dann kann er die überschüssigen Wassermengen aufnehmen. Wenn sich aufgrund von hohem Grundwasser zu viel überschüssiges Wasser rund um den Pool befindet, wird es somit über den Sickergraben abgeleitet und das Poolbecken ist dadurch vor zu hohem Druck von außen geschützt.

 

Ein hoher Grundwasserspiegel ist also kein Grund, um auf den Bau eines Pools zu verzichten. Wenn die Untergrundbeschaffenheit genau evaluiert wird und bei der Planung auf entsprechende Vorrichtungen zum Abführen des überschüssigen Wassers geachtet wird, ist hohes Grundwasser ein Problem beim Poolbau, das man gut in den Griff bekommen kann.

Jetzt Gartenpool konfigurien