Der autarke Pool

So betreiben Sie Ihren Pool nachhaltig und energieeffizient

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, beim Poolbetrieb Energie und Wasser zu sparen. Hier erfahren Sie, mit welchen Maßnahmen Sie Ihren Pool ressourcenschonend oder sogar autark betreiben und mit welcher Pooltechnik bzw. mit welchen Maßnahmen der Wasserverbrauch gering bleibt.

Inhalt

Umwelt und Ressourcen schonen

Strom sparen beim Poolbetrieb

Damit die Badesaison möglichst lang wird und Sie auch bei kühlerem Wetter angenehme Temperaturen im Pool genießen können, muss der Pool sowohl isoliert als auch beheizt werden. Wie das am besten geht und worauf Sie bereits bei der Poolplanung achten sollten, fassen wir hier für Sie zusammen.

Pool-Isolierung: So sorgen Sie für eine gute Wärmespeicherung

Bereits die Bauweise des Beckens ist entscheidend dafür, wie gut Ihr Pool die Wärme speichern kann. Deshalb sollten Sie bereits beim Kauf darauf achten, welches Poolsystem die besten Isoliereigenschaften bietet. Edelstahlbecken beispielsweise benötigen nicht nur bei der Produktion enorm viel Energie, auch im laufenden Betrieb wirkt sich die vergleichsweise dünne Stahlwand nachteilig auf die Wärmedämmung aus.

Anders sieht es hingegen bei Pools aus Polypropylen (PP) aus. Das recycelte sowie recyclingfähige Material benötigt einen wesentlich geringeren Energieaufwand in der Produktion. Sowohl unser Premium Modulsystem als auch unsere ComfortOne-Fertigbecken sind aus PP hergestellt, das auf jeweils unterschiedliche Weise strukturiert ist bzw. hinterfüllt wird, um eine gute Wärmedämmung zu erreichen.

Zusätzlich empfehlen wir die Isolierung der Leitungen von Filter- und Wärmepumpe, um den Temperaturverlust zu reduzieren.

Dämmung des Bodens und des Beckens

Bei unserem Swimmondo Premium DIY-System ist die Wärmedämmung bereits in die Pool-Module integriert. Die Wabenstruktur im Inneren der Module sorgt für eine bessere Wärmespeicherung allein durch die Bauweise.

Bei unseren ComfortOne-Fertigbecken empfehlen wir, sowohl die Bodenplatte als auch die Bauraum-Hinterfüllung aus Thermotec herstellen zu lassen. Das Dämmmaterial sorgt für eine um bis zu 30% bessere Wärmedämmung als Styropor oder Beton. Zusätzlich schützt es Leitungen und Einbauteile und dient als Drainageschicht.

Die Module unseres Premium DIY-Pools haben eine Wabenstruktur, die für eine bessere Wärmedämmung sorgt.
Bei unseren PP-Pools empfehlen wir eine Hinterfüllung mit Thermotec, um die bestmögliche Wärmedämmung zu erreichen.

Isolierung der wasserführenden Leitungen

Um den Wärmeverlust des Wassers auf ein Minimum zu reduzieren, empfiehlt es sich, alle wasserführenden Leitungen von Filter- und Wärmepumpe zu isolieren. Das ist umso wichtiger, je weiter der Bypass bzw. die Wärmepumpe vom Pool entfernt ist. Als Isoliermaterial eignen sich Rohrschalen aus Mineralwolle, Kunststoff oder Kautschuk.

Pool-Abdeckungen: So halten Sie den Wärmeverlust gering

Der größte Wärmeverlust beim Pool (ca. 85%) entsteht durch Verdunstung an der Wasseroberfläche. Umso wichtiger ist es, diese mithilfe einer Abdeckung gering zu halten. Pool-Abdeckungen gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten. Wir zeigen Ihnen hier die Vor- und Nachteile der einzelnen Abdeckungsarten.

Isolierende Pool-Überdachungen aus Glas sorgen für eine schnelle Erwärmung und gleichzeitig für einen langanhaltenden Dämmeffekt. Durch die Glasflächen wird der Pool bei Sonnenschein zusätzlich aufgeheizt, sodass Sie weniger Energie für die Poolheizung benötigen. Darüber hinaus ist die Poolnutzung auch bei Regen oder sogar Schneefall möglich und Sie können den Einsatz von Reinigungsmitteln auf ein Minimum reduzieren, da deutlich weniger Verschmutzungen in den Pool gelangen können.

Vorteile:

  • Aktive Erwärmung des Wassers durch Sonneneinstrahlung
  • Bis zu 10°C wärmeres Wasser als ohne Überdachung
  • Verlängerung der Badesaison um mehrere Monate
  • Weniger Einsatz von Wasserpflegemitteln notwendig
  • Verringerter Aufwand beim Reinigen des Pools
  • Verlängert die Lebensdauer der Poolfolie

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Benötigt mehr Platz für das Schienensystem und die Glaselemente

Die Rollladen-Abdeckung für den Pool gehört zu den meistgenutzten Abdeckungsvarianten. Die Lamellen sind meist aus PVC oder Polycarbonat (PC) hergestellt. Vor allem letztere besitzen aufgrund des Materials gute Isoliereigenschaften. Zudem sind Polycarbonat-Lamellen beständiger gegen Hagelschäden und insgesamt langlebiger als die preisgünstigeren PVC-Lamellen. Rollläden aus PVC oder PC sind auch in der Solar-Variante erhältlich. Die Lamellen bestehen hierbei aus einer transparenten Oberseite und einer dunklen Unterseite für den Solareffekt.

Pool-Rollos gibt es als Oberflur-Abdeckung, die auch nachträglich noch nachgerüstet werden kann. Die Unterflur-Variante sollte bereits beim Poolbau eingeplant werden, da ein späteres Nachrüsten nur mit großem Aufwand und erhöhten Kosten möglich ist.

Vorteile Polycarbonat-Rollläden:

  • Aktive Erwärmung des Wassers bei der Solar-Variante
  • Gute Isolier- und Wärmeeigenschaften, vor allem bei der Solar-Variante 
  • Erwärmung des Wassers um bis zu 3°C am Tag bei Solar-Lamellen
  • Robust gegen Schläge und Hagel
  • Temperaturbeständig bis 120°C, dadurch besserer Schutz vor Verformungen bei starker Sonneneinstrahlung
  • Verlangsamen die Algenbildung durch reduzierten Lichteinfall

Nachteile Polycarbonat-Rollläden:

  • Teurer als PVC-Rollläden
  • Kalkablagerungen möglich, dadurch regelmäßige Reinigung notwendig

Eine günstige Lösung zum Abdecken des Pools ist die Stangenabdeckung. Sie besteht in der Regel aus beschichtetem PVC-Gewebe und lässt sich einfach und schnell über das Becken legen. Die Abdeckung ist auch mit Solarfolie erhältlich, die das Poolwasser aktiv erwärmt, statt lediglich den Wärmeverlust zu reduzieren. Den Abroll-Mechanismus gibt es als Handkurbel oder als Elektrokurbel zur automatischen Poolabdeckung.

Vorteile:

  • Aktive Erwärmung des Wassers bei Stangenabdeckungen mit Solarfolie
  • Günstig in der Anschaffung
  • Auf alle Beckenformen anpassbar

Nachteile:

  • Auffälligere Optik
  • Geringerer Schutz vor Verschmutzungen als bei Rollos oder Glasabdeckungen
  • Bei Handkurbeln mehr Kraftaufwand beim Aus- und Einrollen

Eine Solarabdeckung oder Thermofolie kann die Wassertemperatur im Pool durch Sonnenenergie um bis zu 8°C erhöhen. Diese preisgünstige Abdeckungsvariante schwimmt auf der Wasseroberfläche und eignet sich für alle Poolformen und Desinfektionsarten. Die Folie besteht auf der Wasserseite aus isolierenden Luftkammern, auf der Außenseite aus einem UV-Schutz.

Vorteile:

  • Aktive Erwärmung des Wassers
  • Reduziert die Verdunstung um bis zu 95%
  • Sehr preisgünstig in der Anschaffung
  • Auf alle Beckenformen anpassbar

Nachteile:

  • Auffälligere Optik
  • Keine Kindersicherung möglich
  • Unhandlicher beim Ein- und Ausrollen

Neben den genannten Abdeckungen gibt es auch eine völlig unsichtbare Variante in Form einer Flüssig-Abdeckung aus aliphatischen Alkoholen. Die biologisch abbaubare Flüssigkeit (z.B. von HeatCover) wird entweder manuell in den Pool geschüttet oder mithilfe einer Dosierpumpe hinter dem Filtersystem an die Wasserleitung angeschlossen und automatisiert in den Pool gepumpt. Anschließend legt sich die Flüssigkeit wie eine unsichtbare Decke auf die Wasseroberfläche und reduziert so die Verdunstung um bis zu 50%. Der Pool kann auch mit der Flüssig-Abdeckung ganz normal benutzt werden, weshalb sie viele Poolbesitzer zusätzlich zu anderen Abdeckungen einsetzen, um tagsüber bei geöffnetem Pool den Wärmeverlust zu senken.

Vorteile:

  • Unsichtbar und biologisch abbaubar
  • Reduziert den Wärmeverlust auch bei Benutzung des Pools
  • Für alle Beckenarten geeignet
  • Kann zusätzlich zu einer Rollladen- oder Glasabdeckung verwendet werden

Nachteile:

  • Kein Schutz vor Verschmutzungen, sofern keine zusätzliche Abdeckung verwendet wird
  • Muss regelmäßig nachgefüllt werden (fortlaufende Kosten)

Poolheizung und Filterpumpe mit Solar betreiben

Um den Pool autark zu betreiben, ist eine Solar- oder Photovoltaikanlage das Mittel der Wahl. So nutzen Sie selbst erzeugten Strom aus Sonnenenergie für die Beheizung Ihres Poolwassers und den Betrieb Ihrer Filterpumpe.

Photovoltaik

Wenn Sie bereits eine Photovoltaikanlage besitzen, müssen Sie für den Poolbetrieb den Gleichstrom aus der Anlage in Wechselstrom umwandeln. Das funktioniert über einen Inverter (PV-Wechselrichter). 

Die Filter- bzw. Wärmepumpe kann dann über den Hausstromanschluss betrieben werden.

Photovoltaik Poolheizung

Solaranlage

Fällt Ihre Wahl auf ein Solarpanel zum netzunabhängigen Poolbetrieb, brauchen Sie ein leistungsstarkes Solarmodul, einen Solarakku und ebenfalls einen Inverter, der den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. 

Das Modul sollte für eine maximale Leistung von 400 Watt ausgelegt sein. Der Akku ist wichtig, um auch bei schlechtem Wetter genügend Solarstrom für die Filteranlage bzw. Wärmepumpe bereitstellen zu können. Insgesamt sollten Sie darauf achten, dass alle Komponenten der Anlage optimal aufeinander abgestimmt sind.

solaranlage pool

Solarheizmatten

Eine kostengünstige Lösung für eine Pool-Solarbeheizung sind Solarmatten, die Sie entweder einzeln betreiben oder in Reihe legen können.

Das Poolwasser wird durch die Kapillaren in der Solarheizmatte geleitet und dabei erwärmt.

Solarmatte Poolheizung

Weitere alternative Beheizungsarten für Ihren Pool

Für die umweltfreundliche Beheizung Ihres Pools eignet sich neben einer Solaranlage auch die Nutzung überschüssiger Energie aus der Hausheizung. Dazu ist ein Wärmetauscher notwendig, der an die Heizung angeschlossen wird und die Wärme überträgt.

Eine andere Alternative ist die Nutzung von Erdwärme. Über Kollektoren, die nah an der Oberfläche, aber unterhalb der Frostgrenze im Boden verlegt werden, wird die Erdwärme aufgenommen und an eine Wärmepumpe geleitet. Neben einer Tiefen- oder Sondenbohrung für die Leitungen ist auch die Verlegung in Form von vertikalen oder horizontalen Grabenkollektoren möglich.

Die Poolbeheizung mit einem Holzofen ist ebenfalls möglich. Es gibt speziell hierfür entwickelte Poolöfen, Sie können aber je nach Bausituation auch ein Leitungssystem an Ihren Holzofen in der Wohnung anschließen, um Ihr Poolwasser zu erwärmen.

Stromanbietervergleich

Grundsätzlich empfiehlt es sich, regelmäßig die Preise der Stromanbieter zu vergleichen und diesen ggf. zu wechseln, um Stromkosten zu sparen. Manche Anbieter haben beispielsweise Nachttarife oder geförderte Wärmepumpentarife im Angebot, die einen deutlichen Preisunterschied ausmachen können.

Wasser sparen beim Poolbetrieb

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Wasserverbrauch beim Poolbetrieb gering zu halten. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist auch hier eine Pool-Abdeckung (s.o.), da diese die Verdunstung an der Oberfläche erheblich reduziert.

Weniger Wasserverbrauch beim Kartuschenfilter

Wer sich für eine Filteranlage mit Kartuschenfilter entscheidet, spart dadurch Wasser, dass bei diesem System keine Rückspülung für die Reinigung erfolgen muss, wie es beim Sand- oder Glasfilter der Fall ist. Zwar sind Kartuschenfilter in der Anschaffung oft etwas teurer, dafür aber sparsamer bei der Reinigung und Wartung.

Sand- oder Glasfilter bei Regen rückspülen

Aufgrund des Wasserverlustes bei der Rückspülung von Sand- oder Glasfiltern ist es empfehlenswert, diese möglichst bei Regen durchzuführen. So müssen Sie weniger Leitungswasser nachfüllen und senken damit den Wasserverbrauch. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sich die Wasserwerte verändern können, weshalb Sie diese kontrollieren und ggf. nachjustieren müssen.

Vorfilter benutzen

Je mehr Schmutz die Filteranlage zugeführt bekommt, desto mehr muss sie arbeiten und desto häufiger muss bei Sand- und Glasfiltern eine Rückspülung erfolgen. Deshalb ist es sinnvoll, Vorfilter zu verwenden, um möglichst wenige Schmutzpartikel in das Filtersystem zu leiten.

Einsatz von Regenwasserspeichern

Regenwasserspeicher eignen sich nicht nur, um Wasser für den Garten zu sammeln. Sie können sie auch nutzen, um bei Bedarf Poolwasser nachzuspeisen. Je nach den Gegebenheiten Ihres Gartens können Sie den Wassertank bzw. die Zisterne in einer freien Gartenecke oder unterirdisch platzieren. Wichtig ist dabei, dass der Tank abgedeckt wird und das Wasser sich bereits eine Weile ruhend im Tank befindet, bevor es in den Pool gepumpt wird. Das hat den Hintergrund, dass sich so Schmutzpartikel bereits absetzen konnten und nicht in den Pool gelangen.

Damit das Poolwasser seine Badequalität behält, sollten Sie beim Nachfüllen mit Regenwasser grundsätzlich den pH-Wert messen und diesen ggf. erhöhen. Je nach Wert kann eine Stoßchlorung sowie die Zugabe von Algizid notwendig sein.

Pool zur Einwinterung nicht vollständig ablassen

Zur Einwinterung des Pools können Sie den Großteil des Wassers im Becken belassen. Sie brauchen es lediglich bis unter die Skimmerklappe abzulassen, damit Sie die Leitungen entleeren können. Anschließend montieren Sie Winterklappen oder Stopfen auf alle offenen Zugänge, um ein erneutes Eindringen von Wasser zu verhindern. Bei der Auswinterung müssen Sie dann nur so viel Wasser hinzugeben, bis der Skimmer wieder arbeiten kann.

Allgemeine Tipps für den nachhaltigen Poolbetrieb

Neben den erwähnten Methoden zum ressourcenschonenden oder autarken Poolbetrieb können Sie weitere Maßnahmen ergreifen, um Ihren Pool nachhaltig zu nutzen bzw. zu gestalten.

  • Sonnenwärme nutzen: Öffnen Sie den Pool, wenn die Sonne scheint, um das Wasser auf natürliche Weise zu erwärmen.
  • Salzelektrolyse statt klassisches Chlor: Mithilfe einer Salzelektrolyse-Anlage desinfizieren Sie Ihr Poolwasser auf umweltschonende Weise. Zusätzlich ist die Anlage wartungsarm und benötigt keine Chemikalien wie eine herkömmliche Chlordosieranlage. Und das Poolwasser ist auch noch schonender für Haut, Haare und Augen.
  • Dosieranlagen für weniger Pflegemitteleinsatz: Automatische Dosieranlagen sorgen für eine konstante Wasserqualität und helfen dabei, Peaks beim Einsatz von Pflegemitteln zu vermeiden.
  • Wärmepumpe mit Inverter: Wärmepumpen, die mit Inverter-Technologie ausgestattet sind, zeichnen sich durch eine höhere Energieeffizienz aus und sind somit sparsamer im Betrieb.
  • Energiesparende Filterpumpe: Es gibt verschiedene Filterpumpen auf dem Markt, von denen viele besonders sparsam beim Energieverbrauch sind. Es empfiehlt sich bereits beim Kauf darauf zu achten.
  • Langlebiges Filtermaterial verwenden: Während der Sand beim Sandfilter ca. 2 Jahre haltbar ist, kann Filtermaterial aus Glas 5 bis 7 Jahre verwendet werden. Noch besser ist AFM Filterglas, das je nach Hersteller 8 bis 12 Jahre haltbar ist und damit zu den langlebigsten Filtermedien gehört.
  • Niedrigere Wassertemperatur für Gesundheit und Umwelt: Es muss nicht immer Badewannentemperatur sein. Kühleres Poolwasser beim Schwimmen regt den Kreislauf und den Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem und schont die Umwelt. Außerdem liegt Eisbaden und Kaltwasserschwimmen im Trend!

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